Der Krippeverein Burgdorf feiert grosses Jubiläum

| Di, 04. Mai. 2021

BURGDORF: Seit 130 Jahren besteht der Krippeverein Burgdorf. Was vor so langer Zeit sehr kluge und weitsichtige Frauen von Burgdorf ins Leben riefen, indem sie Tagesstätten für Kleinkinder ins Leben riefen, ist mehr als bemerkenswert. rst.

Längst ist die Einrichtung, in welcher Kinder im Vorschulalter tagsüber betreut werden, keine blosse «Kinderbewahrungsanstalt» mehr, wie sie einst genannt und später zur Kinderkrippe wurde. Die heutigen Kindertagesstätten, kurz Kitas genannt, werden mit ausgebildeten Betreuungspersonen nach pädagogischen und entwicklungspsychologischen Grundsätzen geführt. So auch die «Kita Villa ChriBu», die grösste vom Krippeverein Burgdorf geführte Kita, seit 72 Jahren in der ehemaligen Fabrikantenvilla an der Gotthelfstrasse. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 130-Jahr-Jubiläum.

Rückblick auf 130 Jahre
«Ende der Achtzigerjahre des neunzehnten Jahrhunderts herrschte eine Zeit, wo die billige Frauenarbeit in den hiesigen Fabriken sehr gefragt war. Manche Mutter half mit ihrem Fleiss und Einsatz, den kargen Taglohn des Vaters merklich aufzubessern. Was geschah aber tagsüber mit den Kindern? Weitsichtige und gut betuchte Frauen Burgdorfs erkannten das Problem und lösten es mit der Inbetriebnahme einer Kinderkrippe.» So begann Marion van Laer-Uhlmann vor 30 Jahren ihren Bericht zur 100-Jahr-Feier der Kinderkrippe in Burgdorf. Weiter schrieb sie, dass diese Frauen nicht aus den Reihen der Arbeitnehmerinnen kamen, sondern die Partnerinnen der Arbeitgeber, der Fabrikanten und Gewerbetreibenden waren, die sich Sorgen um deren Kinder machten. Sie gründeten den Krippeverein, der auch heute noch so heisst, und nennenswert ist, dass im Vorstand nebst mehreren Frauen gerade nur zwei Männer Einsitz hatten. Sie schilderte die bewegten Jahre, die finanziellen Notlagen und die vielen Standortwechsel infolge Kündigung oder Platznot, da die Zahl der zu betreuenden Kinder stetig stieg. Verschiedene Persönlichkeiten von Burgdorf unterstützten die Kinderkrippe, finanzierten zum Beispiel 1931 den Einbau einer Zentralheizung, was für die Betreuungspersonen eine riesige Erleichterung bedeutete. Ebenso verhalfen die Gemeinnützige Gesellschaft, die Einwohnergemeinde und willkommene Legate dem Unternehmen während der kommenden Jahre zum finanziellen Gleichgewicht. Vom Vorstand organisierte Basars und Konzerte trugen das Ihre dazu bei. Weitere wichtige Marchsteine waren 1929 die Installation des Telefons und zwei Jahre später der Einbau eines Warmwasserboilers und einer Badewanne. Letzteres bedeutete eine grosse Hilfe im hygienischen Bereich. Der Kauf der Liegenschaft und deren Umbau an der Gotthelfstrasse 17 im Jahr 1947 durch die Stadt Burgdorf darf als Glücksfall bezeichnet werden.

Das Leben in der «Kita Villa ChriBu»
Das Leben in der «Kita Villa ChriBu» in der ehemaligen Fabrikantenvilla ist farbig, das Haus erfüllt mit Kinderlachen, Gesang, Zuhören, Lernen, gemeinsamem Spiel und vielem mehr. Seit zwölf Jahren leiten Mirjam Maurer-Schneider und Pia Ackermann-Luginbühl gemeinsam die «Kita Villa ChriBu». Beide sind sie ausgebildete Kleinkindererzieherinnen mit Weiterbildungen zur Leiterposition. Sie freuen sich darüber, dass sie sich sehr gut ergänzen und dies dem Wohl des Unternehmens zugutekommt. In der Kita können 45 Kinder aufgenommen werden. Sie sind eingeteilt in vier altersgemischte Gruppen im Alter von acht Wochen bis zum Eintritt in den Kindergarten und verbringen dort Zeit mit Gleichaltrigen, während ihre Eltern bei der Arbeit sind. Das Haus verfügt über viel Platz, einen grossen Garten mit vielen verschiedenen Spielmöglichkeiten und direkt am Grundstück befindet sich ein weiterer Spielplatz. Den beiden Leiterinnen ist es wichtig, dass die Kinder sich in dieser Umgebung geborgen und heimisch fühlen. In ihrer Arbeit werden sie unterstützt von ausgebildeten Fachpersonen Betreuung, die ihrerseits wiederum Lernende ausbilden. Zurzeit sind es drei junge Frauen und ein junger Mann, die während ihrer dreijährigen Ausbildung in «Fachrichtung Betreuung Kinder» (FaBe K) in der Villa ChriBu tätig sind. Der Umstand, dass junge Eltern, die selbst schon als Kinder in der Kita an der Gotthelfstrasse tageweise betreut wurden, ihre eigenen Kinder auch in die «Kita Villa ChriBu» bringen, stellt dieser ein sehr gutes Zeugnis aus. Leider kann eine der Zeit angemessene Jubiläumsfeier wie vorgesehen der speziellen Umstände wegen nicht stattfinden. Die Leiterinnen bedauern dies sehr und planen anstelle des jeweils eintägigen Maifestes eine ganze Festwoche mit den Kindern mit besonderen Aktivitäten.

Rosmarie Stalder

 

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