Erfolgreiches Engagement seit fünf Jahrzehnten
03.11.2021 Aktuell, Ersigen, Foto, Region, Burgdorf, Kultur, Jugend, GesellschaftRund 110 Personen treffen sich am vergangenen Samstag im «Bären» Ersigen, um an der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Burgdorfer Kiwanis Clubs Rückblick zu halten und zu feiern. Der Past President von 2020/2021, Jürg Lutz, führt durch den unterhaltsamen, rund fünf Stunden dauernden Anlass und kann neben den Kiwanern samt Partnerinnen zahlreiche Vertretungen anderer Serviceclubs sowie Behördenvertreter begrüssen.
Für die absolut hochstehende musikalische Umrahmung sorgen Paloma Fankhauser (Gesang, begleitet von Jin Jin Bors am Klavier) sowie Thanusanth Vijayakumar (Gitarre), beide Gewinner der Musikförderpreise 2018 und 2020.
Eingespieltes Netzwerk
Remo Leibundgut, Präsident 2021/2022, kommt auf die Gründung der inzwischen weltweit tätigen Service-Organisation Kiwanis im Jahr 1915 in den USA zu sprechen, die sich aktiv sowohl für das Wohl von Kindern als auch der ganzen Gemeinschaft einsetzt. Neben Unicef ist Kiwanis das grösste Kinderhilfswerk weltweit und agiert in über 90 Ländern mit mehr als 500 000 Mitgliedern. In der Schweiz sind fast 7500 Mitglieder in über 200 lokalen Clubs mit der Kiwanis-Idee verbunden, deren Motto lautet: «Serving the children of the world.»
Daneben setzen sich die Clubmitglieder immer wieder für regionale Projekte für Mensch und Natur ein. Sie erstellen Spielplätze, holzen im Waldeggschachen unter den Flühen den Wald aus und reinigen den Weiher beim alten Scheibenstand neben der Emme.
Grossen Wert legen die Kiwaner auch auf Gemütlichkeit und Zusammensein. Gelegenheit dazu bieten die Meetings zwei Mal im Monat mit Apéro, Nachtessen, einem Referat, einer Besichtigung oder einfach, um zu plaudern. Die jährlichen Vorstandswahlen finden unter der vom Club vor Jahren gepflanzten Linde beim Siechenhaus Burgdorf statt.
Unter verhaltenem Gelächter einiger Anwesenden spricht Leibundgut noch von «der Jubiläumsreise Mitte September nach Süddeutschland, die nicht ganz nach Programm verlaufen, aber alles in allem ein ganz wunderbarer Clubanlass gewesen ist».
Viele erfolgreiche Langzeitprojekte
Auf Initiative von Hans «Lemy» Uhlmann und mit Unterstützung durch den Götti-Club Kiwanis Luzern «erfolgt am 24. April 1971 die feierliche Gründung im ‹Stadthaus› Burgdorf und am 5. Juni 1971 im Beisein zahlreicher Gäste – so auch der zufällig in Europa weilenden Kiwanis-Spitze aus den USA – die glanzvolle Charterfeier mit Überreichung der Charterurkunde im Schloss Landshut».
Der Präsident zählt die vielfältigen Sozialaktionen auf, die für die derzeit 61 Mitglieder einen wesentlichen Teil des Clublebens ausmachen: «Die Stiftung Burgdorfer Ferienpass ist auf die Initiative des Clubs zurückzuführen. Wir unterstützen seit Langem die Freizeitgruppe des Schulungs- und Arbeitszentrums Burgdorf (SAZ). Regional bekannt sind der jährliche ‹Chinderschloss›-Anlass sowie der Kiwanis-Musikförderpreis, der alle zwei Jahre verliehen wird. Daneben werden immer wieder einzelne Projekte unterstützt. Im Jubiläumsjahr haben der Verein ‹Burgdorf integriert› und das Kinderheim Friedau in Koppigen je eine Sonderspende von 5000 Franken erhalten. Anlässlich unserer Jubiläumsfeier mit Einladungen an alle Burgdorfer Serviceclubs und weitere Institutionen haben wir darum ersucht, keine Geschenke mitzubringen, sondern einen finanziellen Beitrag für unsere Jubiläumsspende an die Pfadi Burgdorf zu leisten.»
Mehr als 5000 Franken
Jürg Lutz kann der Pfadi-Präsidentin Janka Jakob «Quick» bereits einen Check über 5000 Franken übergeben. «Es sind noch weitere Zusagen offen», sagt er, «es kommt noch mehr zusammen.» Janka Jakob informiert die Anwesenden, dass dieses Geld den Pfadi-Kindern ab fünf Jahren für den Besuch des Bundeslagers 2022, das alle 14 Jahre stattfindet, zugutekommen wird: «Wir können neue Zelte und Ausrüstung kaufen und manchen Kindern einen Zustupf an die Kosten leisten.»
Abschliessend dankt Leibundgut seinem Amtsvorgänger Jürg Lutz und dessen Team für die perfekte Organisation des Jubiläumsanlasses, der eigentlich in Juni hätte stattfinden sollen und coronabedingt auf Ende Oktober 2021 verschoben werden musste.
Er hebt sein Glas und stösst zusammen mit den Anwesenden «auf die vergangenen und kommenden 50 Jahre des Kiwanis Clubs Burgdorf» an.
Anerkennende Grussbotschaften
Markus Meyer, Verantwortlicher für die Kiwanis-Region 4, überbringt beste Grüsse und gute Wünsche für die Zukunft: «Euer Engagement für Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens aufwachsen, ermöglicht diesen Lichtblicke im Alltag.» Er überbringt einen Zustupf von 500 Franken für die Pfadi.
Auch Stadtpräsident Stefan Berger gratuliert herzlich: «Der Kiwans Club hat in 50 Jahren mit riesigem Einsatz viel für Burgdorf geleistet.» Serviceclubs sind eine geschlossene Gemeinschaft, ein funktionierendes Netzwerk aus Menschen unterschiedlichster Berufe, deren Kontakte und Vernetzungen von grosser Bedeutung für Wirtschaft und Sozialprojekte sind. «Bei den Kiwanern fliessen neben den jährlich millionenfach geleisteten Stunden an freiwilliger Arbeit über 100 Millionen US-Dollar jährlich in Hilfsprojekte auf der ganzen Welt.» Berger würdigt bei den Burgdorfer Kiwanern «Engagement, Visionen, Durchhaltewillen und die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen und immer wieder in neue Hände zu legen».
Past Lieutenant Governor Peter Iten überbringt Grüsse aller namentlich genannten neun Clubs der Divison 9 Emmental/Aare und bietet dann einen höchst amüsanten Überblick über weitere Vorkommnisse im Gründungsjahr 1971, die er teils dem Burgdorfer Jahrbuch entnommen hat. Die Gäste amüsieren sich bestens, auch darüber, dass die «Solätte» Ende Juni 1971 wegen Regen ins Wasser gefallen ist, die Charterfeier am 5. Juni hingegen nicht.
Sehr aktiv und ziemlich stur
Für viel Gelächter und Szenenapplaus sorgt Marlies Budmiger, Päsidentin der Burgdorfer Organisation Soroptomist. Sie lobt die Kiwaner für ihre erfolgreichen Aktivitäten, mit denen sie Kindern viel Freude bereiten, als «sehr aktiv und ziemlich stur: Ihr unternehmt einfach alles, um keine Frauen aufnehmen zu müssen, setzt sie aber problemlos als unverzichtbar im Hintergrund ein.» Gelächter und für ihre verschiedenen Bonmots anhaltender Applaus. Versöhnlich weist sie hin «auf die vielen Werte, die unsere Clubs teilen» und übergibt einen Check von 500 Franken. Die gleiche Summe überbringt Markus Frauchiger von den Rotariern, verbunden mit besten Wünschen.
Abschliessend bedankt sich Lutz im Namen aller Kiwaner beim «Bären»-Wirtepaar Beat und Rita Basler für die jahrelange Gastfreundschaft und das delikate Jubiläumsmenü.
Gerti Binz

