28. Generalversammlung der Burgdorfer Gasthausbrauerei AG

  03.06.2026 Burgdorf

«Wenn immer dermassen durstiges Wetter und ein so trinkfreudiges Publikum zugegen wäre wie heute, müsste die Brauerei ja Rekordumsätze machen», witzelte einer der 1967 anwesenden Aktionärinnen und Aktionäre am vergangenen Samstag am Rande der 28. Generalversammlung der Burgdorfer Gasthausbrauerei. Diese freundliche Vermutung korrigierte Verwaltungsratspräsident Stefan Aebi indessen gleich zu Beginn seiner Rede: Auch weil sich die Konsumgewohnheiten bei der Bevölkerung umfassend verändert haben, sprach er von einem «überaus anspruchsvollen Jahr» für die gesamte Schweizer Braubranche. Schweizweit sei der Bierkonsum erneut zurückgegangen, insbesondere kleinere und regionale Brauereien stünden unter Druck.

Weniger Umsatz, kleiner Gewinn
Auch die Burgdorfer Gasthausbrauerei blieb davon nicht verschont: Der Bierabsatz sank im Jahr 2025 um knapp 10 Prozent auf 6002 Hektoliter, der Umsatz ging auf rund 2,28 Millionen Franken zurück. Dennoch schloss die Brauerei das Geschäftsjahr mit einem kleinen Gewinn von rund 6000 Franken ab. «Wir sind froh, stolz und dankbar, dass wir weiterhin profitabel und schuldenfrei wirtschaften können», fasste Aebi zusammen.
Innovationen ergänzen Klassiker
Die Brauerei reagiert aktiv auf die Veränderungen im Markt. Das Ende 2024 lancierte alkoholfreie Bier «Mit­ohni» entwickelt sich erfreulich, auch wenn es derzeit erst rund 4 Prozent des Absatzes ausmacht. Zusätzlich haben die Burgdorfer Brauenden 2025 mehrere leichte Spezialbiere angeboten. Die zweite Innovation, mit der die Gasthausbrauerei auf die Veränderungen im Markt reagieren will, war zudem die Einführung der 33-Zentiliter-Dose. Mit ihrem modernen Design und der praktischen Handhabung soll sie insbesondere jüngere Konsumentinnen und Konsumenten ansprechen. Gleichzeitig bleibt die Brauerei ihren Wurzeln treu: Klassiker wie das «Helle» oder das «Aemme» bleiben weiterhin zentrale und für den Umsatz relevante Bestandteile des Sortiments. Positiv entwickelte sich die Nachfrage nach Spezialbieren, deren Anteil auf 27 Prozent angestiegen ist. 

Ein «anständiger» Geschäftsbericht
Stabil präsentiert sich auch die finanzielle Basis der Brauerei. Dank konsequenter Kostenkontrolle und einem eingespiel­ten Team verfügt das Unternehmen weiterhin über solide Kennzahlen und eine starke Liquidität. Geschäftsführer Thomas Gerber strich in seinen Erläuterungen zum Geschäftsbericht insbesondere den «anständigen» betrieblichen Cashflow von über 216 000 Franken und die «sehenswerte» Liquidität von 3,2 Millionen Franken heraus – wobei allerdings in näherer Zukunft einige Investitionen anstehen.

Applaus für Werner Weber und die Wizards Bern Burgdorf
Zwei emotionale Höhepunkte hob sich Aebi für den Schluss der Generalversammlung auf. Zuerst verabschiedete er unter grossem Applaus Werner «Hippo» Weber aus dem Verwaltungsrat. Das Gründungsmitglied prägte die Entwicklung der Brauerei seit 1997 entscheidend mit und gilt als Hauptinitiator des Burgdorfer Whiskys. Für seinen fast 30-jährigen Einsatz ehrten die Brauer ihren «Hippo» mit einem eigens angefertigten und gefüllten Whiskyfass. Im Anschluss daran folgte eine wiederum heftig beklatsche Polonaise der Unihockeyspielerinnen vom Team der Wizards Bern Burgdorf. Die Damen sind seit Jahren für den – anstrengenden – Bier­ausschank an der Generalversammlung zuständig, liessen sich mit dem kleinen Festakt vom Publikum aber kurzzeitig für ihren eben errungenen Schweizermeistertitel der Frauen feiern.

Text: Stefan Herrmann
Bilder: Sarah Keller


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