Die BLS AG will mit gezielten Massnahmen Kosten senken

  16.09.2026 Hasle bei Burgdorf, Rüegsau, Rüegsauschachen, Rüegsbach, Hasle bei Burgdorf

Die Einnahmen aus Billett- und Aboverkauf decken die Kosten der Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs nur zu einem Teil, schreibt die BLS AG in einer Medienmitteilung. Finanziert werden die ungedeckten Kosten im Regionalen Personenverkehr durch Bund und Kantone. Da die finanzielle Lage der öffentlichen Hand zunehmend angespannt ist, steht auch der Regionale Personenverkehr unter Druck. Das spürt auch die BLS AG. Deshalb ergreift sie mehrere Massnahmen: Bis Ende 2030 schliesst die BLS AG die fünf Reisezentren Seftigen, Ins, Münsingen, Zollikofen und Hasle-Rüegsau. Letzteres liegt auf Gemeindegebiet von Hasle bei Burgdorf. Bei den weiter bestehenden Reisezentren kommt es teilweise zu einer Anpassung der Öffnungszeiten. Die BLS AG begründet den Entscheid mit dem Wandel im Vertrieb: Immer mehr Billette werden über digitale Kanäle und nicht an bedienten Verkaufsstellen oder Automaten verkauft. 
Künftig verzichtet die BLS AG zudem auf zwei Linien auf die ständige Begleitung ihrer Züge. Auf der Regio­Express-Linie Bern – Langnau – Luzern setzt sie ab 2028 auf sporadische Kontrollen und auf der Regio-Linie Spiez–Zweisimmen werden die Züge nur noch tagsüber ständig begleitet. Auch die Aussenreinigung der Züge wird reduziert. Sie erfolgt künftig nur noch einmal pro Monat und nicht mehr wie bisher durchschnittlich alle 14 Tage. Die Intervalle für die Entleerung und Befüllung der Abwasser- und Frischwassertanks werden verlängert.
Mit den Kostensenkungsmassnahmen reduziert die BLS ihren Personalbedarf bis Ende 2030 um voraussichtlich rund 40 Vollzeitstellen. Wenn immer möglich sollen die Stellen über Fluktuationen oder interne Wechsel abgebaut werden. Die betroffenen Mitarbeitenden und die Sozialpartner wurden über die Massnahmen informiert. Die BLS AG will mit den Kostensenkungsmassnahmen in den Jahren 2027 und 2028 rund je 5 Millionen Franken einsparen. Dadurch reduziert sich die von Bund und Kantonen finanzierte Abgeltung für den Regionalen Personenverkehr auf jährlich rund 150 Millionen Franken.
Nicht betroffen von den Kostensenkungsmassnahmen ist das Fahrplanangebot. Die BLS entwickelt dieses in Absprache mit den Kantonen weiter.

Reisezentrum Hasle-Rüegsau schliesst per Ende 2027
Das Reisezentrum Hasle-Rüegsau im Einzugsgebiet der Zeitung «D’REGION» wird bereits per Ende 2027 schliessen. «Wir bedauern den Entscheid der BLS natürlich sehr – ebenso wie den damit einhergehenden Verlust von Arbeitsplätzen», sagt Raymond Weber, Gemeindepräsident von Hasle bei Burgdorf, auf Nachfrage der «D’REGION». 240 Stellenprozente werden durch die Schliessung des Reisezentrums abgebaut, drei Personen sind betroffen. «Der Service Publique verlagert sich immer stärker aus den ländlichen Regionen in die städtischen Zentren. Diese Entwicklung erachte ich als äusserst bedenklich», hält der Gemeindepräsident fest. 
Per Ende dieses Jahres schliesst auch die Poststelle Hasle-Rüegsau, die sich ebenfalls auf dem Gemeindegebiet von Hasle bei Burgdorf befindet. Die Post bietet einen Teil ihrer Dienstleistungen künftig in Form von zwei Postfilialen mit Partnern an – in Hasle in Zusammenarbeit mit der Papeterie Flückiger, in Rüegsau mit der Natur Drogerie Emmental.

Text und Bild: Markus Hofer


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