Die Kunst, Hilfe anzunehmen

  21.10.2026 Koppigen, Gesellschaft, Koppigen

Hilfe anzunehmen, klingt einfach und ist doch für viele Menschen eine Herausforderung. Die Einladung der Regionalen Kommission für Altersfragen, den Vortrag von Chantal Galliker, Beraterin für Gesundheitsförderung Pro Senectute, zu diesem Thema zu besuchen, stiess auf grosses Interesse. Chantal Galliker lud die Anwesenden dazu ein, über das Geben und Nehmen von Hilfe nachzudenken. 
«Wir sind es gewohnt, selbstständig zu sein, Probleme alleine zu lösen, vieles alleine zu schaffen und nach aussen Stärke zu zeigen. Den meisten fällt es leichter, andern zu helfen, als selbst Unterstützung anzunehmen. Der Gedanke einer Freundin, bei Hilfestellungen an andere symbolisch etwas in einen Topf zu werfen und dafür bei Bedarf etwas für sich selbst beanspruchen zu dürfen, ist ein treffendes Argument und kann es etwas leichter machen. Die Fähigkeit, Hilfe anzunehmen, ist keine Schwäche, sondern eine Kunst, die Mut, Vertrauen und die Bereitschaft erfordert, die eigenen Grenzen anzuerkennen. 
Die Menschen erleben verschiedene Lebenphasen: Kindheit und Jugend, das Erwachsenenalter, nach der Pensionierung die dritte Lebensphase und im Anschluss das vierte Lebensalter. Letzteres ist für die meisten die anspruchsvollste Zeit, in der sie am meisten Hilfe und Unterstützung benötigen. Der Verlust verschiedener Fähigkeiten und die damit eingeschränkte Leistungsfähigkeit zeigen den Betroffenen, dass sie das Leben nicht mehr alleine bewältigen können, auf Hilfe angewiesen sind und sie auch annehmen müssen. Damit verändert sich automatisch das Gleichgewicht vom Geben und Nehmen, was nicht ganz so einfach ist», so die Worte von Chantal Galliker.
Sie gab den Anwesenden die Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, wer bisher wo Hilfe gesucht hat und an welchen Stellen in Zukunft Unterstützung nötig sein wird. Es müsse nicht immer praktischer Natur sein, denn auch die Zeit für ein gutes Gespräch zu haben, könne für jemanden eine sehr gute Hilfestellung sein. Ein weiterer wichtiger Punkt war für die Rednerin, darauf hinzuweisen, was es für Möglichkeiten gibt, wenn die gut gemeinten Hilfestellungen nicht den eigenen Gewohnheiten und Vorstellungen entsprechen. Mit dem Bild einer goldenen Krone ermunterte Chantal Galliker die Gäste, auch wenn Hilfsbedürftigkeit bestehen sollte, immer selbst festzulegen, wie und in welcher Form die Hilfestellung aussehen soll. 
Die Kommissionspräsidentin Barbara Matter bedankte sich nach dem Vortrag herzlich bei Chantal Galliker für ihre aufschlussreichen Informationen. Im anschliessenden zweiten Teil bei Kaffee und Kuchen wurde dann lebhaft weiterdiskutiert.

Text und Bilder: Rosmarie Stalder


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