Kulinarik, Spannung und Nostalgie am Traditionsanlass
17.12.2025 Sport, Fussball, Region, KulturJeden November trifft sich die aktuell 446 Mitglieder zählende Sektion Oberaargau-Emmental der Veteranen des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) im «Löwen» in Berken zum geselligen Beisammensein, zum Gedankenaustausch und zum Schwelgen in Erinnerungen an gemeinsame Zeiten auf oder neben dem grünen Rasen. Im Vordergrund stehen jeweils die kulinarischen Genüsse, lautet das Motto der Einladung doch «Surchabis-Plausch». Dabei handelt es sich um eine köstlich mundende Berner Platte. Diesmal waren 81 ehemalige Fussballer, Schiedsrichter und Funktionäre inklusive Begleitung an diesem Traditionsanlass dabei – auch Ehrenpräsident Peter Bachmann (Burgdorf). Bewährt hat sich, dass man sich seit einigen Jahren um die Mittagszeit trifft und nicht mehr abends. Dadurch findet die Hin- und Rückfahrt bei Tageslicht statt und nicht mehr in der Dunkelheit bei allenfalls garstigem Wetter mit Schneegestöber. Speziell willkommen hiess Präsident Mario Kochan (Langenthal) die Delegation der befreundeten Sektion Baden, die Mitte Juni 2025 umsichtig und erfolgreich die gesamtschweizerischen Veteranentage durchgeführt hatte.
Spektakuläres Pferderennen
«Suppe, Essen, Pferderennen, Dessert, Lotto», stellte Präsident Mario Kochan das Programm des kulinarischen, spielerischen und geselligen Traditionsanlasses vor. Die beiden Spiele sorgen stets für eine willkommene Auflockerung. Beim Pferderennen sind jeweils sechs Rössli in sechs verschiedenen Farben am Start. Mario Kochan spielt dann «Schicksal», indem er drei unter einem Becher liegende Würfel schüttelt und das Ergebnis verkündet, das beispielsweise «zweimal rot, einmal blau» lauten kann. Je nachdem werden die Pferde auf einer Übersichtstafel um zwei Plätze, einen Platz oder gar nicht Richtung Ziel geschoben. Der ersehnte Zieleinlauf erfolgt dann auf Position 20. Wer mit seiner Farbe richtigliegt, erhält zuletzt den doppelten Einsatz zurück. Wer also einen Fünfliber auf das schwarze Rössli gesetzt hat, welches dann gewinnt, erhält für den richtigen Tipp zehn Franken ausbezahlt. Dieses Pferderennen gibt es schon seit Jahrzehnten. Noch nie aber war der Ausgang so dramatisch wie diesmal. Da kamen die meisten Pferde kaum vom Fleck, während das grüne Rössli sofort einen komfortablen Vorsprung herausholte und einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg zu realisieren schien. Dann aber wurde kaum mehr grün gewürfelt, während die anderen Farben zur Aufholjagd bliesen. Fazit: Kurz vor dem Ziel (Position 20) lag plötzlich das gelbe Rössli auf Position 19 und das grüne Pferd «nur» noch auf Position 18. Sollte hier noch eintreten, was zuvor unmöglich schien? Emotionen und Daumendrücken im Saal, ehe der Würfler verkündete: «Zweimal grün, einmal gelb.» Gemeinsamer Jubel bei jenen, die auf das grüne oder gelbe Pferd gesetzt hatten. Eine solche Patt-Situation hatte es in all den Jahren zuvor noch nie gegeben. Die organisierenden Fussballveteranen mussten sich beim Pferderennen erstmals mit einem geringeren Gewinn begnügen, weil die Auszahlungen doppelt so hoch waren als bisher.
Hochspannung beim Lottomatch
Wiederum Hochspannung herrschte beim Gratis-Lottomatch mit drei Gängen. Speaker Beat Neuenschwander (Langenthal), Kassier der Fussballveteranen, zog jeweils – nach zuvor kräftigem Schütteln – die ominösen Zahlen aus einem Säcklein. Der Kassier löste bei Alfred Neuenschwander, Harry Isler und Antoinette Bardelli Glücksgefühle aus, denn diese drei gewannen jeweils die Hautpreise. Auch Vorstandsmitglied Samuel Lüthi (Hasle-Rüegsau) ging nicht leer aus, was prompt fotografisch festgehalten wurde.
Ein grosses Kompliment – begleitet von herzlichem Applaus – konnten auch dieses Jahr die fünf anwesenden ehemaligen Fussballer des SC Huttwil für ihre erfrischenden Lieder einheimsen. Für alle fünf ist es jeweils eine Herzens-
angelegenheit, in den schmucken Krawatten ihres Lieblingsvereins SC Huttwil spontan Lieder wie «Uf de Alpe obe isch es herrlechs Läbe» zu singen.
Bei gemütlichem Beisammensein und angeregten Gesprächen klang der beliebte Anlass aus. Präsident Mario Kochan rief alle zum Akquirieren neuer Mitglieder auf, «damit wir nicht aussterben», und machte auf die Haupversammlung vom 14. März 2026 im Clubhaus des SV Sumiswald aufmerksam. Dort werden dann auch die beiden langjährigen, auf das Frühjahr 2026 demissionierenden Vorstandsmitglieder Samuel Lüthi und Hans Mathys verabschiedet.
Text und Bilder: Hans Mathys


