Ordentliche Versammlung der Burgergemeinde
03.06.2026 Burgdorf, BurgdorfLukas Scheidegger, Burgergemeindepräsident, begrüsste die Anwesenden zu Versammlung. Er informierte über neue Einburgerungen und erwähnte die Namen derjenigen, die durch das Erreichen des Stimmrechtsalters Neumitglieder geworden sind. Der im vergangenen Jahr verstorbenen Burgerinnen und Burger gedachten alle in einer Schweigeminute.
Rückblick
Jürg Lutz, Ressort Finanzen, präsentierte die Jahresrechnung 2025 und erläuterte einige Besonderheiten. Neben Ausgaben für ein neues Forstfahrzeug erwähnte er den Mehraufwand für den Landgasthof Sommerhaus. Dieser entstand durch Mindererträge und notwendige Neuanschaffungen.
Die Burgergemeinde unterstützt jährlich zahlreiche Institutionen der Stadt wie beispielsweise die Ludothek, die Freizeitwerkstätte Neumatt oder die Stiftung Ferienpass mit grosszügigen Beiträgen. Weiter spendete sie 2025 an das Rote Kreuz für die Ukraine und ergänzte die Stadtbibliothek mit verschiedenen Kinder- und Jugendmedien in ukrainischer Sprache.
Finanzielle Mittel gingen zudem an kulturelle Projekte wie die «Junge Bühne Burgdorf» des Casino Theaters und an «Schlosskids 2025». Den jährlich vergebenen Kulturförderpreis gewann der Musikkünstler Tobias Lanz. Auch im Sportbereich zeigten die Burger/innen ihre Unterstützungsbereitschaft. Sie bezahlten einen grosszügigen Betrag an den FC Blau-Weiss Oberburg für die Sanierung der Garderoben und des Duschbereichs. Auch andere Sportinstitutionen und -anlässe bekamen finanzielle Beiträge. Der Sportförderpreis 2025 ging an den Tennisspieler Justin Lenders.
Weitere Beträge flossen in die neue Brücke über den Brunnbach und in die Planung für den Umbau der Stadtbibliothek.
Die Jahresrechnung schloss besser als budgetiert mit einem Überschuss von 500 000 Franken. ab und wurde einstimmig genehmigt.
Ausblick
In der Geschichte der Burgergemeinde hatte die Unterstützung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen stets einen hohen Stellenwert. Verschiedene Stipendienfonds wurden 1971 zu einem Fonds zusammengefasst und 1998 revidiert. Seit 2017 ist der Stipendienfondd inaktiv. Beat Maurer, Präsident des Burgerrats, erklärte, dass der Burgerrat das Reglement dieses Fonds, der 482 000 Franken enthält, auflösen möchte. Dazu brauchte der Burgerrat die Zustimmung der Burgergemeindeversammlung, die einstimmig erfolgte. Mit der bereits erteilten Zustimmung des Amts für Gemeinden und Raumordnung, gibt es nun per sofort eine Verordnung, die im Inhalt dem aufgelösten Reglement ähnelt: Neu können Beträge für Ausbildung und Weiterbildung aus dem Fondsertrag und auch aus dem Kapital vergeben werden.
Während den letzten Jahrzehnten schloss die Burgergemeinde viele Baurechtsverträge ab. Die jährlichen Baurechtszinse wurden jedoch nicht erhöht. Der Burgerrat hatte darum beschlossen, die Landwerte zu überprüfen und darauf basierend die Baurechtszinse sozialverträglich anzupassen. Die Änderung ist seit dem 1. Januar 2026 gültig.
Mit dem positiven Jahresabschluss wird die Burgergemeinde die Öffentlichkeit und die Bevölkerung in der Region Burgdorf weiterhin mit Beiträgen finanziell unterstützen. Dazu gehören Projekte im Wald, in der Kultur, im Sport und im Unterhalt historischer Gebäude. Eines davon – der Umbau der Stadtbibliothek – ist für das kommende Jahr geplant.
Nach der Versammlung liessen ie Burger/innen den warmen Sommerabend auf der Terrasse des Landgasthofes Sommerhaus ausklingen. Bei einem Apéro riche genossen sie freundschaftliche Gespräche und die gute Stimmung.
Text und Bild: Helen Käser

