Schliessung der Kollektivunterkunft

  28.09.2026 Aktuell, Aktuell, Politik, Hasle bei Burgdorf

Dies teilte die Gemeinde in einer Medienmitteilung vom Montag, 21. September 2026, mit. Die Schliessung löst bei der Gemeinde Unverständnis aus. 
Die GSI begründet ihren Entscheid mit dem Zustand des Gebäudes sowie den rückläufigen Eintritten von Asylsuchenden. Der bauliche Zustand der Liegenschaft sei für den Betrieb einer Kollektivunterkunft nicht mehr tragbar. Gleichzeitig seien die Zuweisungen von schutzsuchenden Personen in den Kanton Bern rückläufig.
Derzeit wohnen 59 Personen in der Unterkunft. Zu Spitzenzeiten waren es bis zu 120 Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge, die auf die Unterkunft angewiesen waren. Das über 100-jährige Gebäude war ursprünglich nicht für die Nutzung als Wohnliegenschaft vorgesehen. Entsprechend zeigten sich nach einiger Zeit verschiedene Mängel. Diese hat die Gemeinde jedoch nach und nach behoben. Im Jahr 2024 wurde die Heizung saniert, für das laufende Jahr war ursprünglich eine Erneuerung der sanitären Anlagen vorgesehen. Aufgrund der Vorinformation über die bevorstehende Schliessung der Unterkunft entschied sich die Gemeinde jedoch gegen diese grössere Investition.
Gemäss der GSI wären für eine Weiterführung des Standorts in den kommenden Jahren weitere umfangreiche Investitionen durch die Gemeinde und den Kanton erforderlich gewesen. «Der damit verbundene finanzielle Aufwand würde aus Sicht des Kantons den wirtschaftlich vertretbaren Rahmen im Verhältnis zum erwarteten Nutzen deutlich überschreiten», teilt Gundekar Giebel, Kommunikationsverantwortlicher der GSI auf Nachfrage mit.
Für Raymond Weber, Gemeindepräsident von Hasle b. B., ist der Entscheid des Kantons unverständlich. Hasle sei eine der wenigen Gemeinden gewesen, in denen die Kollektivunterkunft auf eine relativ grosse Akzeptanz gestossen sei. Die Bevölkerung, die Politik und die Verantwortlichen der Unterkunft trafen sich regelmässig zu einem runden Tisch, um sich über allfällige Probleme auszutauschen. In den vergangenen Jahren seien diese Gespräche sehr ruhig verlaufen, da es keine nennenswerten Probleme gegeben habe.
Die ORS Service AG, welche die Kollektivunterkunft im Auftrag des Kantons Bern betreibt, hat den Mietvertrag per 31. März 2027 gekündigt. Die in der Kollektivunterkunft untergebrachten Personen werden innerhalb des Perimeters Emmental-Oberaargau auf die bestehenden Standorte der ORS Service AG verteilt. Hinsichtlich der Kapazitäten teilt die GSI mit, dass auch nach der Schliessung der KU Schafhausen i. E. im Perimeter grundsätzlich ausreichende Bettenkapazitäten zur Verfügung stünden. Die Unterbringung und Betreuung der betroffenen Personen könne somit weiterhin über die bestehenden Standorte im Perimeter sichergestellt werden.
Die Schliessung der Kollektivunterkunft hat für die Gemeinde Hasle b. B. auch finanzielle Folgen. Der Gemeinde würden dadurch in den kommenden fünf Jahren rund eine Million Franken in der Gemeindekasse fehlen, sagte Gemeindepräsident Raymond Weber. Der Gemeinderat Hasle b. B. wird sich anlässlich seiner nächsten Klausur im Januar 2027 mit der zukünftigen Nutzung der Liegenschaft befassen. Dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht, erschwert die Suche nach einer neuen Nutzerschaft. Das Schulhaus steht auf einer 2700 Quadratmeter grossen Parzelle, die zu Bauland umgezont wurde. Daher sei auch ein Verkauf der Liegenschaft durch die Gemeinde denkbar, wie der Gemeindepräsident erläuterte.

Text: Rosie Schenk
Bild: Sandra Meier


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