Stadführung über «Burgdorfs Macherinnen»
13.05.2026 Burgdorf, Burgdorf, KulturMit der Stadtführung «Burgdorfs Macherinnen» widmet sich die Event und Tourismus AG speziell den Frauen und ihren Geschichten rund um Burgdorf. Johanna M. Schlegel, Andrea Pitari und Giuseppina Burgunder sind die drei Frauen, die sich dafür engagiert und eingesetzt haben, den Frauen in Burgdorf mehr Stimme zu geben. Während eineinhalb Stunden hörten die Teilnehmenden Geschichten über das Leben der mutigen und klugen Frauen, die schon vor vielen Jahren bis heute zur Entwicklung der Stadt in der Familie, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur beigetragen haben. Leider haben sie in der Geschichtsschreibung lange Zeit wenig Platz erhalten und darum sind nur wenige Dokumente vorhanden. Heute stehen sie mit ihrem Wirken im Zentrum.
Die erste öffentliche Themenführung startete am vergangenen Mittwoch, wo an die dreissig Personen ihr Interesse zeigten und von Johanna M. Schlegel und ihrer Kollegin im Schlosshof begrüsst wurden.
Passend zum Startpunkt starteten die beiden Stadt-Führerinnen mit dem Leben von Clementia von Auxonne, deren Geschichte ins 12. Jahrhundert zurückgeht, die als Witwe um ihr Erbe, nämlich das Schloss Burgdorf, betrogen wurde. Ebenso tragisch war das Leben von Anna Maria Flückiger, die als Hexe benannt ein schlimmes Ende fand und zahlreichen weiteren weiblichen Persönlichkeiten. Es war Anna Zbinden-Grossenbacher, die als erste Frau in Burgdorf das Autofahren lernte und ihrem Vater, der Arzt war, als Chauffeuse diente. Zahlreiche Frauen haben durch eigenen Willen und eigener Kraft ihr Leben gemeistert und damit gezeigt, dass Frauen eine Stimme haben. Leider wurden sie über eine sehr lange Zeit nicht gehört.
Zum Thema «Schule für die Bildung der Mädchen» zeigte Johanna M. Schlegel an der Schmiedengasse 5 auf das grosse Gebäude, welches das erste Schulhaus für Mädchen war. Erst im Jahr 1865 erhielten die Mädchen den Zugang zu den Bezirksschulen und 1981 trat endlich das Berner-Schulgesetz in Kraft, welches für alle Kinder denselben Unterrichtsstoff festlegte. Sachkundig und unterhaltsam erzählte Johanna M. Schlegel in ihrem Rundgang durch die Altstadt über die vielen Jahre, in denen Frauen in Führungspositionen eine Seltenheit waren. Von Frauen wie Marie Laeng-Stucki, unter deren Führung die ersten Lenco-Plattenspieler auf den Markt kamen und natürlich über Elisabeth Zäch, der ersten und bisher einzigen Stadtpräsidentin von Burgdorf, die dazu beigetragen hat, dass das Schloss Burgdorf zu dem gemacht wurde, was es heute ist. Es ist ein Schloss für alle.
Text und Bilder: Rosmarie Stalder
Weitere Informationen unter www.emmental.ch/stadtfuehrungen.


