Theatergruppe Burgdorf im Casino Theater

  15.02.2026 Burgdorf, Kultur, Vereine, Burgdorf

Eine Woche vor der Premiere am vergangenen Samstag waren die meisten Tickets für die sechs Vorstellungen der Theatergruppe Burgdorf bereits verkauft. Mit dem Theaterstück «Wie im Himmel» erlebte das Publikum einen Abend voller Witz, Wärme und Gesang, fast «Wie im Himmel». 
Vielen ist der gleichnamige Film bekannt, ein schwedisches Musikfilm-Drama aus dem Jahr 2005 von Kay Pollak: Theater und Film beleuchten das Leben des Stardirigenten Daniel Daréus, der nach einem Zusammenbruch in sein Heimatdorf Blumenthal zurückkehrt. Obwohl er international ein gefeierter Dirigent ist, fand er persönlich die Erfüllung nicht im Beruf. Er übernimmt – anfangs mehr widerwillig als begeistert – die Leitung des Kirchenchors. In dieser bunt zusammengesetzten Gruppe der kleinen Gemeinde lässt er die Sängerinnen und Sänger mit unkonventionellen Methoden die Musik erleben. Dabei wird er unweigerlich mit den Sorgen und Nöten der Chormitglieder konfrontiert. 
Vor Jahrzehnten verliess Daniel Daréus das Dorf, weil er mit der Musik den Weg in die Herzen der Menschen finden wollte. Das gelingt ihm nun in der eigenen Heimat. Er bringt nicht nur die Stimmen der Chormitglieder zum Klingen, sondern auch ihre Gefühle. Mit der Musik und der unkonventionellen Art des Dirigenten verändert sich die Stimmung im Dorf. Doch, wo sich die einen freuen, zeigen andere Neid und Missgunst. In Blumenthal ist das nicht anders als andernorts.

Gelungener Spielstart
Es ist bereits die dritte Produktion, die der Burgdorfer Regisseur Matthias Fankhauser mit der Theatergruppe Burgdorf auf die Bühne bringt. Das Stück handelt in einem fiktiven Dorf im Emmental. Fankhauser schrieb dazu eine berndeutsche Fassung. 
Drei schwarz gekleidete Erzählerinnen führen mit Witz, Wärme und Charme durch die Geschichte. Sie sind zugleich spürbarer Teil der Gruppe, verschieben Elemente des Bühnenbilds, singen im Chor mit. Die Musik spielt eine bedeutende Rolle. Die Chorleiterin und Dirigentin Therese Lehmann hat aus den engagierten Laienschauspielenden einen eindrücklichen Chor geformt, der mit berührenden Gesängen und schauspielerischen Leistungen begeistert. Jede und jeder verkörpert die ihm/ihr zugeteilte Rolle überzeugend. Zudem schafft das Bühnenbild mit wenigen, wirkungsvollen Elementen eine authentische Atmosphäre. Neben erheiternden Momenten schwingen auch traurige Töne mit. Themen wie Sünde, Tod, Liebe und Lebenssinn berühren das Publikum.

Text und Bilder: Helen Käser
Weitere Aufführungen finden am 18., 20. und 21. Februar 2026 um 20.00 Uhr und am 22. Februar 2026 um 17.00 Uhr statt.


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