«Es isch ärdeschön gsi!»
23.06.2015 Aktuell, Rüegsauschachen, Politik, Rüegsau, Region, Hasle bei Burgdorf, Vereine, Kultur, Jugend, GesellschaftBereits gehört das 49. Bernisch-Kantonale Jodlerfest Hasle-Rüegsau der Vergangenheit an. «Es isch ärdeschön gsi!», fasste OK-Mitglied Peter Dubach am Sonntag in der Mehrzweckanlage Preisegg die Festivitäten vom 19. bis 21. Juni 2015 in den Dörfern Hasle und Rüegsau zusammen. Dubach führte durch den Festakt, der wegen einiger Regentropfen – den einzigen während des gesamten Festes – anstatt bei der Reitanlage Hasle in der MEZWAN in Hasle bei Burgdorf stattfand.
Einmaliger Klang
«Auf dem Weg von Seeberg nach Hasle habe ich ihn schon im Kopf gehört, diesen einmaligen Klang, den Jodel.» Mit diesen Worten umschrieb Regierungsrätin und Festrednerin Beatrice Simon ihre Liebe zum Jodelgesang. Dieser passe in die einmalig schöne Hügellandschaft des Emmentals, eine Landschaft, in welcher in den drei Tagen nicht nur Fahnen geschwungen worden seien, sondern die Seelen geträllert hätten. «Jodeln ist für mich Ausdruck von Glück, welches einem angesichts dieser überwältigenden Natur fast den Atem nimmt.» Der Jodelgesang wecke Heimatgefühle und sei längst ein Kulturgut, das wie der Emmentaler Käse, das Fondue, die Schokolade, Roger Federer und die Nespresso-Kapseln mit der Schweiz gleichgesetzt werde.
«C’est le ton qui fait la musique»
«Wir sind allen Menschen zu Dank verpflichtet, die singen und musizieren, die mit ihren Stimmen und Instrumenten für gute Gefühle sorgen und damit letztlich einen kleinen Beitrag für eine bessere Welt leisten.» Mit Gesang und Musik könne über alle sprachlichen, politischen und kulturellen Grenzen hinweg kommuniziert werden. «C’est le ton qui fait la musique», treffe auch auf die Politik zu. Die lauten Töne seien selten die Besten. «Im schwierigen Umfeld der Politik müssen wir uns bemühen, dass unser ‹Chörli› so aufgestellt ist, dass man auch die leisen Stimmen hört, welche für Harmonie sorgen.» Denn nur gemeinsames «Jodeln» führe zum Ziel. «Jodeln ist die Sprache der Menschlichkeit. Darum lasst uns jodeln ohne Ende.»
Ihr grosser Dank galt allen, welche in unzähligen Stunden freiwilliger Arbeit dafür gesorgt hatten, dass Hunderte von Jodlerinnen und Jodlern sowie Tausende von Besucherinnen und Besuchern ein unvergessliches Jodlerfest erleben durften.
«E Momäntufnahm»
Als Präsident des Bernisch-Kantonalen Jodlerverbandes BKJV richtete Stephan Haldemann, Pfarrer in Signau, Gruss- und Dankesworte an die Anwesenden für das gelungene Jodlerfest. OK-Präsident Ueli Gerber mit seinem Team, aber auch die vielen mehr oder weniger freiwilligen Helfer vor und hinter den Kulissen fanden besondere Erwähnung. Ein Dank gelte auch den Aktiven sowie den Juroren, die die Klassierungen dem musikalischen und künstlerischen Niveau entsprechend verteilt hätten. «Es geit derbi bekanntlich nid um Läbe und Tod, sondern um e Momäntufnahm, wo derzue söll diene, sich einersits mit angerne Jodler, Alphornbläser und Fahneschwinger chönne z vergliche, und anderersits, unter Mithiuf vom Expertebricht, sich o geng wieder wölle witer z entwickle.»
2016 in Steffisburg
Nach einer intensiven Vorbereitungszeit von mehr als vier Jahren eröffnete Ulrich Gerber am Freitagnachmittag, 19. Juni 2015, das 49. Bernisch-Kantonale Jodlerfest Hasle-Rüegsau vor der Kirche Hasle. Das Gotteshaus war nebst der Turnhalle des Primarschulhauses, dem EGW-Projekt 33 und der MEZWAN eines der Gesangslokale, in welchem die 500 Pflichtvorträge abgehalten wurden. Das Fahnenschwingen fand in der Eishalle Brünnli und das Alphornblasen auf dem Areal der Blaser Swisslube statt. Als Zuschauermagnet sondergleichen kann der Umzug vom Sonntagnachmittag mit 59 gezeigten Bildern bezeichnet werden. Zu Tausenden standen die Besucher von nah und fern am Strassenrand und applaudierten für den Alpaufzug, die Marschmusik, Treichler, Reiter, Fussballkids, Wöschwyber… und dem Jodlerklub Steffisburg respektive seinem OK im 59. und zugleich letzten Bild des Festumzuges für die Durchführung des 50. Bernisch-Kantonalen Jodlerfestes in Steffisburg im kommenden Jahr.
Barbara Schwarzwald

