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Karin Schaad ist neue Sportbeauftragte

| Mo, 17. Sep. 2018

BURGDORF: Die Infoveranstaltung Sport war dem Thema «Doping im Breitensport - kein Problem?» gewidmet. Dopingkontrolleur René Sigrist plauderte aus dem Nähkästchen. ra 

Gemeinderat Christoph Grimm konnte zahlreiche Sportinteressierte, -involvierte und -verantwortliche an der «Informationsveranstaltung Sport» – bisher als Präsidentenkonferenz bezeichnet – im Restaurant Treff in der Tennishalle Burgdorf begrüssen. Während im ersten Teil Lorenzo Mangiarratti, Präsident der Sportkommission, die Aufgaben seines Kollegiums erläuterte, waren die Gäste vor allem interessiert, was zum Thema «Doping im Breitensport – kein Problem?» von Referent René Sigrist von antidoping.ch
zu erfahren war. – Mit Karin Schaad hat Burgdorf seit 1. September 2018 eine neue Sportbeauftragte. Ihre Vorgängerin Evelyne Schäppi ist altersbedingt zurückgetreten. «Neu ist Karin Schaad sozusagen unser Sportamt hier in Burgdorf (karin.schaad@burgdorf.ch)», liess Mangiarratti dazu verlauten.
 
WADA-Code
Referent René Sigrist ist Ausbildner und Dopingkontrolleur bei antidoping.ch, zwar lediglich Milizkontrolleur, wie er sagte, da er den Job in seiner Freizeit ausführe. Hauptberuflich ist er im Fussballverband tätig. Um die 40 Doping-Kontrolleure sind in der Schweiz im Einsatz, wovon fünf die Arbeit hauptberuflich ausführen. Antidoping.ch ist das Kontrollorgan von Swiss Olympic «Wir kontrollieren rund 85 Sportarten, die Swiss Olympic unterstellt sind», so Sigrist. Jedes Land hat seine Doping-Agentur. Und diese sind der WADA, der Weltantidopingagentur, unterstellt. Gemäss WADA-Code fallen unter Doping folgende zehn Punkte: 1. Nachweis verbotener Substanzen und Methoden. 2. Anwendung oder versuchte Anwendung. 3. Verweigerung einer Dopingkontrolle. 4. Verletzung der Informationspflicht (Aufenthaltsort). 5. Verfälschung einer Dopingkontrolle. 6. Besitz. 7. Handel. 8. Abgabe oder versuchte Abgabe. 9. Mittäterschaft. 10. Verbotener Umgang.

Selber verantwortlich
«Mir dörfe aues kontrolliere, wo Swiss Olympic unterstellt isch, auso ou öich am Burgdorfer Stadtlouf», liess er die Anwesenden wissen. Dass eine riesige Grauzone betreffend Doping im Breitensport herrsche, verschwieg er nicht. Viele Breitensportlerinnen und Breitensportler würden sich sicher unbewusst «dopen», aber leider gebe es auch die anderen… Kontrolliert würde an solchen Läufen nicht oft, da die Kosten zu hoch würden. Meist erfolgten die Kontrollen im Mannschaftssport in den obersten zwei Ligen. Was aber das Ausschlaggebende ist: «Jeder ist selber verantwortlich.» Der Sportler kann also nicht seinen Arzt, seinen Trainer oder andere beschuldigen. «Sag es allen! Überprüfe alles! Frag nach (finde Vertrauenspersonen)!», seien die drei Vorgaben von «Strict Liability».

Urin- und Blutkontrollen
90 Prozent der Dopingkontrollen seien Urinkontrollen, war von Sigrist zu vernehmen. Dabei zeigte er die berühmten Fläschchen für die A- und B-Probe, die an den olympischen Spielen in Sotschi, Russland, ziemlich für Aufregung gesorgt hatten. Die Kontrollen würden nach Lausanne ins Labor geschickt. Venöse Blutkontrollen könnten nur von ausgebildeten Spezialisten vorgenommen werden. «Was ganz neu ist, sind die sogenannten ‹Pix›» (kapillare Blutentnahme), liess er wissen. Während eine venöse Blutkontrolle fünfmal teurer als eine Urinprobe ist, ist die durch Matthias Kamber, abtretendem Präsidenten von antidoping.ch,
mitentwickelte kapillare Blutentnahme günstiger und schneller. Falls eine A-Urinprobe positiv ausfällt, wird später noch die B-Probe kontrolliert. «Im Normalfall wird lediglich die A-Probe geöffnet», so Sigrist.

Barbara Schwarzwald

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