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Gibt es bald die Wasserversorgung Brandis AG?

| Fr, 02. Jul. 2021

RÜEGSAU: Per 2023 soll sich die Wasserversorgung Rüegsau mit Lützelflüh zusammenschliessen. zvg

120 Jahre alt wird die Genossenschaft Wasserversorgung Rüegsau und Umgebung dieses Jahr. Läuft alles nach Plan, wird sie bald einmal mit der Wasserversorgung Lützelflüh zusammengeschlossen und voraussichtlich bis ins Jahr 2023 Teil einer Aktiengesellschaft der beiden Gemeinden Rüegsau und Lützelflüh.
An ihrer Generalversammlung 2021 im Gasthof Bären, Rüegsau, durfte die Genossenschaft Wasserversorgung (WVG) Rüegsau und Umgebung nicht nur auf ihr 120-jähriges Bestehen, sondern erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 zurückblicken. Die Rechnung 2020 schliesst bei Einnahmen von 884 000 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 88 000 Franken ab und das Eigenkapital beträgt stolze 2,077 Millionen Franken. Sowohl die Rechnung 2020 wie auch das Budget 2021, das in ähnlichem Rahmen liegt, wurden von der GV einstimmig genehmigt.
Dem Jahresbericht kann entnommen werden, dass eine grosse und oft ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, damit die Bevölkerung der angeschlossenen Gebiete jederzeit über einwandfreies Trinkwasser verfügen kann. «Sämtliche Kontrollen ergaben, dass unser Wasser jederzeit von tadelloser Qualität ist», betonte Präsident Hans Grunder.

Phase 1 für Zusammenschluss der Wasserversorgungen Rüegsau und Lützelflüh ist abgeschlossen
Mehr Zeit als die Behandlung von Rechnung und Voranschlag beanspruchte die Orientierung des Präsidenten über den aktuellen Stand der Arbeiten für den Zusammenschluss mit Lützelflüh. «Die Versorgung mit Wasser ist gemäss Gesetz eine Aufgabe der Gemeinde», erklärte Hans Grunder.
«In Rüegsau hat die Gemeinde diese Aufgabe an die WVG delegiert, in Lützelflüh erledigt das die Gemeinde selber. Beide Versorgungen sind jedoch ähnlich gelagert, sei es bezüglich der Zahl der Anschlüsse, der Tarife oder des Wiederbeschaffungswerts von je circa 20 Millionen Franken, das hat uns die bisherige Arbeit erleichtert.» Dringend wurde das Ganze bekanntlich, weil Lützelflüh Probleme mit dem bestehenden Pumpwerk Farbschachen in der Nähe der Staatsstrasse hatte.
«Die Phase 1 der Vorarbeiten für einen Zusammenschluss ist nun abgeschlossen», stellte der Präsident fest. Unter seiner Leitung haben Mitglieder des Gemeinderats Lützelflüh und des Vorstands der WVG Rüegsau sowie ein Mitglied des Gemeinderats Rüegsau mehr als ein Jahr lang intensiv gearbeitet. In einer Vernehmlassung haben sich die zwei Gemeinderäte und die WVG für die Schaffung einer Aktiengesellschaft mit dem Namen «Wasserversorgung Brandis AG» ausgesprochen, wobei die beiden Gemeinden je 50 Prozent der Aktien halten würden. Für die Phase 2 ist nun festgelegt worden, dass je drei Mitglieder der beiden Gemeinderäte und der WVG die Arbeiten fortsetzen. Dabei ist vorgesehen, ab dieser Phase laufend über den aktuellen Stand zu orientieren.

Erste Massnahmen sind bereits realisiert
Erste Massnahmen konnten bereits realisiert werden. So hat die WVG zusammen mit den Grundeigentümern eine gute Lösung für die Sicherung und Erweiterung der Schutzzonen gefunden. Die Konzession für die Erneuerung und Erhöhung der Grundwasserentnahme konnte ebenfalls mit dem Kanton abgeschlossen werden. Vonseiten der Gemeinde Lützelflüh wurde letzten Winter bereits eine neue Anschlussleitung bis zum Pumpwerk Schlossberg erstellt.
Im Pumpwerk Schlossberg wird das Wasser aus einer Tiefe von 25 Meter hinaufgepumpt. Die vorhandenen Pumpen müssen durch solche mit einer grösseren Pumpleistung ersetzt werden. Laut Hans Grunder laufen derzeit die entsprechenden Planungsarbeiten, mit einer Realisierung ist im Lauf des nächsten Winters zu rechnen.

Bloss noch 122 Genossenschafterinnen und Genossenschafter
122 Genossenschafterinnen und Genossenschafter zählt die Wasserversorgung Rüegsau und Umgebung, und gerade deren fünf plus die sieben Vorstandsmitglieder fanden sich zur diesjährigen Generalversammlung ein. Dabei sorgt die Genossenschaft immerhin dafür, dass in ihrem grossen Einzugsgebiet die Versorgung mit dem kostbaren Gut Wasser immer funktioniert. Seitdem im Jahr 1998 die Eigentümerinnen und Eigentümer von Liegenschaften, welche über einen Anschluss an die Wasserversorgung verfügen, nicht mehr verpflichtet sind, Mitglied der Genossenschaft zu sein, gab es einen markanten Mitgliederschwund. Aktuell verfügen die 122 Genossenschafter/innen über 1669 Anteilscheine, was ein Genossenschaftskapital von 417 250 Franken ergibt. Angesichts des geringen Interesses der Genossenschafter/innen an den Geschicken der WVG liegt es auf der Hand, dass nach einer neuen Organisationsform gesucht werden muss. Die endgültige Festlegung beschliessen die beiden Gemeindeversammlungen von Rüegsau und Lützelflüh sowie die WVG Rüegsau und Umgebung. Laut dem anspruchsvollen Terminplan ist vorgesehen, die neue Organisation unter dem Namen «Wasserversorgung Brandis» auf Anfang 2023 einzuführen.

Ernst Marti

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