Neue Abenteuer auf dem Pferdehof Klosterberg
27.08.2025 Hasle bei Burgdorf, Hasle bei Burgdorf, JugendDer Autor David Hollenstein aus Hasle bei Burgdorf hat vor Kurzem ein neues Buch und Hörspiel der beliebten Kinderbuchreihe «Pferdehof Klosterberg» herausgebracht. Dies ist bereits der siebte Teil der Serie, in welcher zwei Protagonistinnen Rätsel auf einem Pferdehof lösen. Nebst der «Klosterberg»-Serie schreibt David Hollenstein auch die Jugenddetektivgeschichten «Jan & Co.». Im Gespräch mit der Zeitung «D’REGION» erzählt er mehr über seine Schreibtätigkeit und seine Bücher.
Der Werdegang des Autors
Der 46-Jährige folgte keinem geradlinigen Pfad in die Autorentätigkeit. Das Geschichtenerzählen sei zwar schon als Kind ein grosses Thema gewesen, jedoch brauchte er in der Rechtschreibung noch Nachhilfe. Das Geschichtenerfinden und -erzählen habe ihn allerdings schon immer fasziniert. Mit seinen vier Brüdern drehte er Filme und erweckte auf diese Weise Geschichten zum Leben.
Später kam David Hollenstein durch seinen Job in einem Verlag mit der Hörspielwelt in Berührung. Als Einziger meldete er sich damals für die Mitarbeit an einem Hörspielprojekt. Daraus wurde dann mehr. Zuerst schrieb er die Hörspiele, später übernahm er auch weitere Aufgaben wie die Regie.
Über die Hörspiele entwickelte sich David Hollenstein zum Autor. Die Serie «Jan & Co.», für welche der Kinder- und Jugendbuchautor mittlerweile 17 Bände verfasst hat, war anfänglich als reine Hörspielreihe angedacht. Nach den ersten drei Teilen wurde sie dann zusätzlich in Buchform veröffentlicht. Auch die Geschichten vom Pferdehof Klosterberg werden sowohl als Buch wie auch in Hörspielform publiziert.
Obwohl beide Publikationsarten dieselbe Geschichte erzählen, sind die Entstehungsprozesse unterschiedlich. Die Hörspiele fallen dialoglastiger aus, während die Bücher mehr Beschreibungen enthalten. Zudem werden die Hörspiele in Mundart gesprochen. Dies bedeutet, dass die Skripte zum grössten Teil in Schweizerdeutsch geschrieben werden. Die Bücher verfasst David Hollenstein in Schriftdeutsch.
Ob zuerst das gedruckte Buch oder das Hörspiel erstellt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab: «Wenn ich gerade einen guten Dialog im Kopf habe, entsteht meistens zuerst das Hörspiel, bei einer Vision von einer Szene hingegen das Buch», erklärt David Hollenstein. Interessant ist, dass das junge Publikum bei der «Jan & Co.»-Serie weiterhin die Hörbücher bevorzugt, während sich bei der «Klosterberg»-Reihe die Bücher grösserer Beliebtheit erfreuen.
«Jan & Co.» und «Pferdehof Klosterberg»
Die beiden Krimiserien «Jan & Co.» und «Pferdehof Klosterberg» bilden den Schwerpunkt von David Hollensteins kreativem Schaffen. Die «Klosterberg»-Buchreihe handelt von den beiden Protagonistinnen Amelia und Lina, zwei Schwestern, welche immer wieder neue Abenteuer auf dem fiktiven Pferdehof Klosterberg erleben. Der Pferdehof ist in die alten Stallungen eines Klosters eingebettet. Um die Szenerie möglichst realitätsnah beschreiben zu können, tauschte sich David Hollenstein mit einer Ordensschwester aus seinem Bekanntenkreis aus. Aber auch die Erfahrungen, welche er durch sein Theologiestudium gewonnen hat, halfen ihm dabei.
Der Hof, welcher der Buchreihe den Namen gibt, ist frei erfunden. Bei der landschaftlichen Kulisse lässt sich der Autor von seiner Umgebung inspirieren. Die Gegend rund um den fiktiven Pferdehof ähnelt stark den Hügeln in der Nähe von Hasle bei Burgdorf. Sowohl in Hollensteins Wohnort im Emmental wie auch neben seinem Arbeitsort im Kanton Aargau finden sich zudem verschiedene Gestüte. Um realistisch über den Pferdehof schreiben zu können, arbeitete er ausserdem mit seiner Schwester zusammen. Da sie viel mit Pferden zu tun hat, konnte sie ihm die Abläufe auf einem Pferdehof problemlos näherbringen.
Bei der Serie «Jan & Co.» handelt es sich ebenfalls um Kinder- und Jugendkrimis. In den 17 Bänden dreht sich alles um Jan und seine vier Freunde Luca, José, Lena und Anna, welche zusammen immer wieder neue Rätsel lösen, sei dies am Matterhorn, auf der Eliteschule oder im Europapark. Viele der Geschichten greifen aktuelle Themen auf. Eine Episode dreht sich beispielsweise um einen Enkeltrickversuch, eine andere widmet sich dem Thema Jugendgewalt.
Auch die «Klosterberg»-Serie behandelt immer wieder aktuelle Themen wie den Social-Media-Gebrauch bei Jugendlichen oder die übermässige Nutzung von Smartphones. Somit sind die Bücher nicht nur spannend, sondern regen auch zum Denken an.
Die Neuerscheinung «Tatort Reitturnier»
Im neuesten «Klosterberg»-Krimi findet rund um den Hof ein grosses Fest statt, welches durch verschiedene Ereignisse unterbrochen wird. Zuerst taucht ein herrenloses Pferd mit einem Drohbrief um den Hals auf, dann verschwindet ein anderes Pferd. Die Schwestern versuchen herauszufinden, was vor sich geht. Erschwert wird die Lösung des Falls dadurch, dass eine der Schwestern auf ihr Smartphone verzichten und das Rätsel ganz ohne Internetverbindung lösen will. Das Buch bietet viel Spannung und Aufregung. Selbstverständlich kommen Pferdefreunde und -freundinnen nicht zu kurz, schliesslich steht ein Pferdeturnier im Zentrum der Geschichte.
Der Creative‑Writing‑Prozess
Die grösste Inspiration für seine Geschichten findet David Hollenstein in seiner Umgebung. Oftmals entsteht die Idee für einen neuen Krimi durch Beobachtungen im Alltag. Die Inspiration zu seinem neuen Pferdekrimi etwa fand er anlässlich eines Schwingfests. Dies wandelte er kurzerhand in ein Pferdeturnier um. Sobald die anfängliche Idee vorhanden ist, arbeitet David Hollenstein ein Konzept aus. Bevor das Schreiben überhaupt beginnt,
wird die gesamte Handlung durchgeplant. So weiss er stets, wohin ihn die Geschichte führen soll.
Angst, dass ihm die Ideen ausgehen, hat der Autor nicht. Solange er etwas in der Welt entdecke, das eine Emotion auslöse, habe er weiterhin Stoff zum Schreiben. Auch den Handlungsort des Pferdehofs sieht er nicht als Nachteil. Schliesslich gebe es unzählige mögliche Geschehnisse vor diesem Hintergrund.
Seine Erfahrung im kreativen Schreiben würde David Hollenstein gerne weitergeben. Er könne sich gut vorstellen, Creative Writing zu unterrichten, falls ihm die Lust an den Kriminalromanen vergehen sollte.
David Hollensteins Favoriten
Die Frage nach seinem Lieblingswerk beantwortet David Hollenstein ganz pragmatisch: «Ich würde sagen, das neuste Buch ist jeweils mein liebstes.» Da alle Bände eine in sich geschlossene Handlung aufweisen, müssen sie nicht in der Reihenfolge der Erscheinungen gelesen werden. Auch wenn es den Autor manchmal reizen würde, gibt es keine buchübergreifenden Plots. «Das würde mir das Lektorat wahrscheinlich sowieso streichen, da es nichts mit der jeweiligen Geschichte des Buches zu tun hat», schmunzelt der Autor.
Ein Ende der Serie ist nicht in Sicht. «Solange der Verlag weitere Bände wünscht, schreibe ich gerne weiter», lacht er. Es gebe schliesslich noch viele Möglichkeiten, Mysterien und Rätsel mit dem Pferdehof zu verbinden. Nebst Kinderbüchern hat David Hollenstein auch mehrere Bücher für Erwachsene geschrieben, welche thematisch in eine ganz andere Richtung gehen. Dabei handelt es sich um einen Roman sowie einen Eheratgeber. In diesen Büchern werden tiefere Themen angesprochen. Das Schreiben von Kinderbüchern liege ihm aber mehr, zeigt sich der Autor überzeugt. Als Verfasser müsse man sich nach den Wünschen des jungen Publikums richten und dementsprechende Geschichten schreiben. Die einfache Sprache der Kinder- und Jugendliteratur liege ihm sehr.
Fans dürfen sich daher auf weitere Bände der beliebten Reihen freuen. Vorerst widmet sich der Autor jedoch seiner Tätigkeit als Lektor, bevor es mit den Abenteuern der jungen Heldinnen und Helden weitergehen kann.
Text und Bild: Rosie Schenk