Vergabe des Kulturförderpreises 2025
11.02.2026 Burgdorf, Gesellschaft, Jugend, Kultur, BurgdorfLorenz Landolt, Mitglied der Kulturkommission, begrüsste die Gäste im RAKplus, der ehemaligen Glaserei «Glasi», die zu einem charmanten und trendigen Lokal für Kultur, Kulinarik und Gesellschaft umgestaltet wurde.
Alle zwei Jahre vergibt die Burgergemeinde Burgdorf einen Kulturförderpreis. Dieser geht an Kunstschaffende unter 30 Jahren, die mit Innovation, Engagement und ausserordentlichen Leistungen im Bereich der Kultur brillieren und einen Bezug zur Region Burgdorf haben. Junge Talente können sich für diesen Preis bewerben.
Dr. Beat Maurer, Präsident des Burgerrats, wies darauf hin, dass der Kulturförderpreis bereits zum zehnten Mal vergeben werde. Recherchen hätten gezeigt, dass sich die ersten beiden Gewinner des Preisgeldes von 2005 zu international auftretenden Künstlern entwickelt haben und so ihren Lebensunterhalt verdienen. Junge Talente engagieren sich oft viele Jahre für die Kultur, ohne damit Geld zu verdienen. Der Kulturförderpreis unterstütze sie in ihrem Schaffen.
Die Kulturkommission, bestehend aus Alexandra Kunz, Lorenz Landolt, Mirjam Hässig, Raff Fluri, Remo Zumstein und Andrea Grichting, hat entschieden: Der Preisträger 2025 heisst Tobias Lanz, Musiker und Sound Artist, und erhält ein Preisgeld von 10 000 Franken.
Mirjam Hässig erzählte in ihrer Laudatio, dass der Künstler in Burgdorf aufgewachsen sei. Während der Zeit im Gymnasium begann er, erste Hip-Hop-Raps zu kreieren. Zudem zeigte er grosses Engagement für die Kulturhalle Sägegasse. Er studierte Sound Arts, ein Studium, bei dem er sich mit elektronischer Musik, Klangkunst und neuen Medien beschäftigte. Dazu gehörten Klangforschung und eigene künstlerische Projekte. Er fühlte sich hier am richtigen Ort. Seither komponiert, spielt und veröffentlicht Tobias Lanz Musik. In dieser Zeit erlernte er zudem das Orgelspiel. Orgelpfeifen sind Teil seiner experimentellen Musik geworden – spezielle Klangwelten, die in seiner Werkstatt entstehen und stets weiterentwickelt werden. Daneben betätigt sich der Preisträger als Audioingenieur und ist Teil des in Fribourg ansässigen Community-Webradios «Transition Radio».
Tobias Lanz und seine Klangwelten
Der Preisträger Tobias Lanz bedankte sich bei der Burgergemeinde, aber auch bei seiner Familie und seinem inspirierenden Umfeld. Dass er das Mikrofon lieber zur Verstärkung seiner Klänge brauche als für persönliche Worte, erklärte er gleich zu Beginn. Er wolle allen Menschen Zugang zur Kultur verschaffen, denn sie drücke Gefühle aus.
Tobias Lanz hat ein Soloalbum veröffentlicht, macht aber auch gerne mit seinem Bruder Simon zusammen Musik. Aus diesem Grund ist ein gemeinsames Projekt mit Orgelpfeifen entstanden, das nun auf der Bühne des RAKplus aufgebaut wurde. Es besteht aus Orgelpfeifen verschiedener Grössen, die über Schläuche mit einem Gebläse verbunden sind. Mittels Schiebern, welche die Tonfrequenz verändern, und Hebeln, welche die Luftzufuhr regulieren, liessen die Brüder die Pfeifen erklingen und mithilfe eines Magneten Gitarrensaiten vibrieren. Die Funktionsweise jedes einzelnen Details zu verstehen, war nicht von Bedeutung. Wichtiger waren die Töne, die leise erklangen, anschwollen, durch andere Töne unterstützt und später abgelöst wurden, mal harmonisch klangen, dann wieder schräg. Einige Klangkombinationen liessen den Körper vibrieren, andere bewegten den Geist. Hörte man Wasser blubbern, den Wind wehen oder ein Motorengeräusch aus der Ferne? Über das einmalige Klangerlebnis unterhielten sich die Gäste nach dem Kurzkonzert bei einem Apéro riche.
Preisvergaben der Burgergemeinde Burgdorf
Die Burgergemeinde vergibt alle zwei Jahre einen Kulturförderpreis, mit dem sie das künstlerische Schaffen fördern will und für den man sich bewerben kann. Mit dem Kulturpreis hingegen werden ausserordentliche Leistungen ausgezeichnet. Eine Bewerbung ist nicht möglich. Am Freitag, 27. Februar 2026, verleihen die Burger an der Sportnacht zudem den Sportförderpreis. Er kann an Sportvereine, Einzelsportler/innen oder Sportteams vergeben werden.
Text und Bilder: Helen Käser

